Stadt der Frauen
Stadt der Frauen - Stadt im Fluss
Stadt der Frauen - Stadt im Fluss
Stadt der Frauen - Stadt im Fluss

Esslingen, Juni 2018: Frauen* besetzen spontan das Alte Rathaus. Im Verlauf der Besetzung wird der Übergabevertrag zwischen Stadt und Stadt der Frauen* feierlich unterzeichnet.

Fotos: Dominique Brewing

Stadt der Frauen - Stadt im Fluss

AUS STADT IM FLUSS…

Das Kulturfest stadt im fluss rückt alle drei Jahre die Stadt Esslingen und die Stadtgesellschaft in den Blick.

Das Kulturfest legt besonderen Wert auf die Vernetzung vieler städtischer wie freier Kultureinrichtungen und Kunstschaffender und setzt zugleich auf die aktive Mitwirkung zahlreicher Esslinger Vereine und Schulen.

… WIRD STADT DER
FRAUEN*

Künstler*innen, Esslinger Bürger*innen und Kultureinrichtungen besetzen Altes Rathaus, Rathausplatz und Marktplatz mit ihren Ideen zu einer idealen Stadtgesellschaft und zur Umverteilung von Privilegien. Sie errichten eine Bühne für Konzerte und Versammlungen im Freien, bieten ein Kino mit Queerfilm-Programm, eine matriarchalische Volksküche, ein Parlament, eine Schule der Frauen*.

Drei Tage lang geht es hier um Ihre Gesundheit, die Sicherheit Ihrer Daten, die Umverteilung Ihres Vermögens – und in der Nacht ums reine Vergnügen mit weiblichen DJs im Komma.

Stadt der Frauen - Stadt im Fluss
Stadt der Frauen - Stadt im Fluss

MACHT MIT!

Liebe Esslinger*innen,

feiert nicht nur mit uns, sondern werdet ein Teil unserer Inszenierung einer Stadt der Frauen*. Die Stadt ist ihre Bewohner*innen, die Stadt ist, was sie bewegt, wie sie klingt und was sie erzählt. – Die Stadt braucht jede* und jeden*. Wer mitmachen will, findet einen Platz, egal ob geschlossen als Verein, als Gruppe oder als Einzelperson.

#1 UMZUG

Ziehen Sie gemeinsam mit uns in Form einer Parade in die Stadt der Frauen ein. Alle Bürger*innen können sich dem Umzug anschließen. Alleine, als Gruppe, mit oder ohne Instrumente, singend oder still, laufend oder tanzend. Kommen Sie wie Sie sind oder wie Sie sein möchten.

Termin:
Freitag, 28.9., ab 17 Uhr
Ort: Treffpunkt am Bahnhofsvorplatz (der Umzug endet vor dem Alten Rathaus)
Info: Offenes Angebot, keine Anmeldung erforderlich

#2 HYMNE

Für das Kulturfest wurde in einem offenen Workshop die Hymne „Wir. Sind. Da.“ entwickelt. Kommen Sie auf den Rathausplatz und singen Sie mit!

Termine:
Freitag, 28.9.| Samstag, 29.9. | Sonntag, 30.9.,  jeweils 18 Uhr Ort: Rathausplatz

Info: Offenes Angebot, keine Anmeldung erforderlich

#3 WORKSHOP BAUT! AN ALLE KINDER UND JUGENDLICHEN

Stellt Euch vor, Ihr dürft Euer Haus auf dem Esslinger Marktplatz bauen oder neben das Alte Rathaus, vor die Kirche oder noch besser auf die Kirche drauf, weil dort die Aussicht am schönsten ist. Zwischen lauter Häusern, die Geschichten aus längst vergangener Zeit erzählen, bastelt ihr Stein um Stein Eure Geschichte mit dazu.

Wie wollen wir leben? Wo treffen sich Menschen? Wie schaffen wir ein zusammen von Jung und Alt, und wie verbinden wir das Träumen mit der Realität? Dachgärten, Hubschrauberlandeplätze und Seilbahnen, wie viele Schwimmbecken und Spielplätze können wir zwischen zwei Eisdielen unterbringen? Alles ist möglich. So entsteht Haus um Haus aus Pappe, Holzleim und Fingerfarbe die Stadt unserer Träume.

Info: Offenes Angebot, keine Anmeldung erforderlich

 

Am 9. September haben Kinder und Jugendliche beim Tag des offenen Denkmals unter Anleitung von Maike Storf, Bühnenbildnerin der STADT DER FRAUEN*, bereits an der Stadt der Träume gebaut. Diese Gebäude sind während des Festivals von Freitag, 28. bis Sonntag, 30.9. innerhalb der Öffnungszeiten im Alten Rathaus zu sehen.

#4 JEDER KOCHT SEINE EIGENE SUPPE?

Wie wohl ein Esslinger Süppchen schmeckt?

Liebe Esslinger,

wir wollen diese Suppe kochen. Helfen Sie mit, dass es keine dünne Brühe wird und bringen auch Sie bis Sonntag um 16 Uhr eine Handvoll Gemüse in der Volksküche vorbei. Am Sonntag wollen wir dann zur letzten Versammlung der Stadt der Frauen* die Suppe gemeinsam auslöffeln.

 

Am Samstag lädt die Matriarchale Volksküche ab 16 Uhr zum großen Pierogi-kleben ein. Von Jung bis Alt sind alle willkommen die Pierogi mit uns gemeinschaftlich herzustellen und dann ganz frisch zu verspeisen. Das wird ein Fest!

DIE GRÜN­DUNGS­­AK­TE DER STADT DER FRAUEN*

(wird laufend weitergeschrieben)

Esslingen gewährt allen Künstler*innen und Bürger*innen in der von ihnen gegründeten Stadt der Frauen* alle Privilegien. Sie werden in der Gründungsurkunde, dem sogenannten Stadtrodel, schriftlich festgehalten:

Es sei den lebenden und zukünftigen Geschlechtern bekannt, dass wir auf dem Besitz der Stadt Esslingen die Grundsteine einer Stadt der Frauen* gebaut haben.
Die Stadt der Frauen* wurde gegründet von Frauen* und ihre Protagonist*innen sind mehrheitlich Frauen*. Zugleich steht die Stadt der Frauen* allen Geschlechtern offen und versteht sich als eine Plattform zur künstlerischen und performativen Auseinandersetzung mit Privilegien, die in unserer Gesellschaft wirksam sind.

Wir versprechen all jenen, die in unsere Stadt kommen Frieden und Schutz, Liebe und Freiheit, Empowerment und Emanzipation sowie Solidarität und Freundschaft. Dabei sollen sie jederzeit den Regelkatalog unserer Verfassung zur Hand haben und zu Rate ziehen:

Die Grundpfeiler/ Regeln der Stadt der Frauen*

1. Es herrschen keine Gender-Privilegien

2. Frauen* bedeutet: Alle, die sich eher dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlfen. Das * steht für vielfältige Geschlechteridentitäten abseits des normativen Dualismus Mann/ Frau und männlich/ weiblich. Wir möchten auf die Vielfalt von Lebensentwürfen hinweisen und Raum schaffen für unterschiedliche, auch non-konforme, sexuelle und geschlechtliche Lebens- und Seinsweisen.

3. Frauen* are in love: Transpersonen, genderqueere, Cis-Frauen und -Männer, Hermaphroditen, Butches und Femmes

4. Männer* dürfen auch mitmachen

5. Heroischer Dilettantismus ist Grundlage

6. Kommunikation überwindet Hierarchie

7. Wider alle Kategorisierungen

8. Radical Softness is our weapon

9. Alles ist im Wandel, alles ist fluid

10. Wen du liebst, ist uns egal

11. Die Stadt der Frauen* ist ein gewaltfreier Raum

12. Wir wollen in jedem von uns die weiblichen und männlichen Seiten – und alles was dazwischen liegt – zulassen.

13. BedürfnisBefriedigungsChancenGleichheit für alle

14. Liberté, Egalité, Beyoncé

15. Wir sind entweder zusammen frei oder gemeinsam unfrei

16. Wir diskutieren über gesellschaftliche Normen, Strukturen und Verteilungsfragen, sexualisierte Machtverhältnisse und Handlungsmöglichkeiten.

17. Unser Ziel ist Solidarität, aufspüren und verbinden, Bewusstsein schaffen und empowern.
18. Wir sind wütend aber friedlich

19. Zyklische Lebensweise statt kapitalistisches Denken

20. all arts and representations, i.e.: film, television, books, poetry, song-writing and architecture made by only men are hereby outlawed for one hundred years (one full century). These measures, while extreme, are the only method through which we can experience what authentic female representation would truly look like. We don’t see this as a punishment, but rather an offering of an opportunity for all people, especially men, men to operate within a female-constructed reality.
21. Care for each other!

22. Versuche die Geschichte nicht so zu erzählen, wie sie alle kennen, sondern aus Perspektiven, die Du selbst noch nicht kennst

23. Dont get too comfortable

24. Werde ein*e Freund*in von Freiheit und Unsicherheit

25. We know we are changing and we can’t stop it

26. It’s not where you take things from, it’s where you take them to

27. Never forget: We all came out of a pussy

28. There are no rules

29. Wir ergänzen und verändern alle Regeln dauerhaft und gemeinschaftlich.